Dieter Zorn & Uschi Kallus

 

Die Schleichen

Viele Menschen glauben es seien Schlangen, und Einige davon meinen sogar sie währen giftig, doch in Wirklichkeit handelt es sich um Echsen, die mit unseren Eidechsen näher verwand sind, als mit allen bekannten Schlangen.
Zwei in Europa lebenden Arten möchte ich euch vorstellen:

 

Die Blindschleiche (Anguis fragilis)

Unterordnung: Echsen (Lacertilia)
Familie: Schleichen (Anguidae)

 

 

Die Erzschleiche (Chalcides chalcides)

Unterordnung: Echsen (Lacertilia)
Familie: Skinke (Scincidae)

 

Die Blindschleiche ist eine Echsenart ohne Extremitäten. Sie können bis zu 50cm lang werden, bleiben aber meist erheblich kürzer. Im Gegensatz zu den Schlangen haben sie Augenlieder, ein Gehöhr, und können (wie die Eidechsen) ihren Schwanz bei Gefahr abschmeißen. Dieser wächst aber, einmal abgeschmissen, nicht mehr nach.
Blindschleichen sind in ganz Europa heimisch (siehe Karte am Endes dieses Berichts), leben aber auch in Nordwest Asien und in Nordafrika.
Sie bevorzugen Feuchtbiotope und Wälder, und führen ein sehr verstecktes Leben. Ihre Verstecke (meist unter Laub und Zweigen) verlassen sie nur zum frühmorgendlichen Sonnenbad, und wenn nach einem Regen, ihre Lieblingsnahung, die Regenwürmer, aus dem Boden kommen. Ansonsten fressen sie Nacktschnecken, Insekten und Spinnen.

Sie paaren nach der Winterruhe, und bringen im Spätsommer 5-10 (selten auch mehr) lebende Junge zur Welt. Wie bei den meisten Reptilien wird keine Brutpflege betrieben. Die Männchen werden mit drei Jahren geschlechtsreif (die Ladys brauchen etwa 2 Jahre länger) und können erwähnenswerte 50 Jahre alt werden.

 

 

Die Erzschleiche hat ein viel kleineres Verbreitungsgebiet (siehe Karte).

Obwohl sie anatomisch, und in ihrer Lebensweite den Blindschleichen sehr ähnlich sind, gibt es einige Unterschiede. Der Markanteste ist wohl das Vorhandensein von Gliedmassen, doch ihre Arme und Beine sind so stark zurückgebildet, dass sie bei der Fortbewegung (und auch sonst) kaum noch Funktionen haben. (einer Gründe warum diese Schleiche der Familie „Skinke“ zugeordnet wurde). Die Beine können bei einigen Exemplaren wesentlich kleiner ausfallen, oder gar fehlen.

Außerdem bevorzugt sie ganz andere Biotope. Sie mag es trocken bis mäßig feucht, sandig, und am besten mit leichtem Grasbewuchs. Wälder, Moore, Bach-Täler und ähnliche Biotope meidet sie. Beide Arten sind häufig in vom Menschen bewohnten Gebieten anzutreffen, die Blindschleiche oft in Gärtnereien, gut bewässerten Blumenbeeten in Parks…, die Erzschleiche dagegn eher in verwahrlosten, oder teilkultivierten Gärten, und oft auch in Gewerbegebieten.
Beide Arten haben viele Feinde, (Vögel, Igel, Schlangen) doch der Mensch sorgt mit seinen Haustieren, Autos, Giften… hauptsächlich dafür, dass diese Tiere in einigen Regionen schon vom Aussterben bedroht sind.

Zumindest konnte ich dieses Tier nach dem Photographieren wieder in eine intakte Natur zurücksetzen.

Zum Schluss noch die Verbreitungskarte