Von einer Viper gebissen!.... Was Nun?

Wenn möglich sollte man erkennen von welcher Schlangenart der Biss erfolgte,
(meistens entpuppt sich die vermeindliche Viper als harmlose Wassernatter die
etwa so gefährlich wie ein Regenwurm ist.) aber Vorsicht dass die Schlange nicht
noch einmal zubeißt, denn der zweite Biss ist (sollte es sich um eine Viper
handeln) meist viel gefährlicher.
Die wichtigsten Erkennungsmerkmale von Vipern und Nattern finden sie anschließend.
Sollte der Biss von einer Viper stammen untersuchen Sie die Bisswunde, ist kein
Blutgefäß (Vene oder Arterie) verletzt, besteht, bei dem Biss einer europäischen Viper,
für einen gesunden Menschen keine akute Lebensgefahr.
In diesem Falle beschränkt sich die "Erste Hilfe" auf den psychischen Beistand.
Machen Sie dem gebissenen klar, dass seine Lage keinesfalls aussichtslos ist.
In Europa sterben wesentlich mehr Menschen an einem Insektenstich, und doch
hat keiner Todesangst wenn er von einer Biene gestochen wird. Erklären
Sie das dem Opfer, Sie beugen so einen psychischen Schock vor.
Organisieren den bald möglichen Transport zu einem Arzt.
Auf keinen Fall sollte das Opfer schnell laufen oder sich andersartig anstrengen, da
dadurch der Kreislauf beschleunigt wird und sich das Gift schneller verbreitet.
Je weniger sich der Gebissene und vor allem das betroffene Glied bewegt, desto besser
Auch das Aufschneiden der Wunde hat sich als schädlich erwiesen
(Ausnahme bei Bissen einiger großen Giftschlangen die sehr starkes Gift in großen
Mengen injizieren können wie z.B. Bitis gabonica, die sogar eine sofortige Amputation
notwendig machen kann wenn kein Serum augenblicklich zu Verfügung steht)
da das Gift dadurch eine größere Aufnahmefläche hat und tiefer in den Körper dringen
kann. Dagegen kann das Aussaugen nützlich sein, aber aufgepasst bei einer Verletzung
im Mund kann es zu einem zweiten Vergiftungsherd kommen.
(wohl dem der eine Vakuumpumpe hat)
Das Ausbrennen der Wunde und Alkoholeinnahme sind noch Heilpraktiken aus dem
Mittelalter, völlig wirkungslos und sogar schädlich da der Kreislauf zusätzlich
belastet wird. Abbinden sollte man das betroffene Glied nur wenn ein Blutgefäß
verletzt wurde (zu erkennen an starker Blutung) oder der Biss von einer wirklich
gefährlichen Viper oder Grubenotter erfolgte, weil das relativ schwache Gift
europäischer Vipern im abgebundenen Glied konzentriert mehr Schaden anrichtet
als auf den ganzen Körper verteilt. Bei Giftnatterbissen hat das abbinden (weil
Nervengift) wenig Sinn.
Zur Schmerzstillung und zum bekämpfen der Anschwellung sollten kalte, feuchte
Tücher um die Verletzung gewickelt werden
, auf gar keinen Fall aber darf man die
Biss-Stelle mit Eis behandeln, weil dies ein Absterben der Zellen verursacht und damit
die Verletzung verschlimmert. Die Verabreichung von Serum (Gegengift) sollte hier
in Europa nur in Beisein eines Arztes geschehen
da viele Menschen sehr allergisch
auf das aus Pferde- oder Hammelblut gewonnene Serum reagieren. Aus diesem
Grund wird heute nur noch selten eine Serumbehandlung, bei Bissen europäischer
Vipern, angewandt.

 

Die sichtbarsten Unterschiede zwichen Natter und Viper

 

links: Eine Äskulapnatter in Angriffstellung,
rechts: Hornvipern, die gut in ihrem Lebensraum integriert sind.

 

Im Kapitel "Europäische Schlangen" beschreibe die bekanntesten Arten

 

retour